Die Ehrenburg

Sie liegt unterhalb von Herzhausen am Edersee, dicht westlich über dem Zeltplatz am Hochstein.

Wie fast alle Burganlagen unserer Heimat ist sie ein Mauerreste eines rechteckigen Turmesbefestigter Bergsporn. In diesem Falle ist es der nach drei Seiten steil abfallende Bergsporn des Ehrenberges. Die Ehrenburg ist mit etwa 160 Metern Länge und etwa 60 Metern Breite die an Fläche größte Burg an der mittleren Eder gewesen. Erhalten sind jedoch nur Gräben und Wälle und einige Mauerreste.

Der Zugang von der Bergseite im Norden ist schmal und durch einen tiefen Halsgraben abgeriegelt, dem noch ein kleinerer Wallgraben vorgelagert ist. Der mächtige Halsgraben setzt sich bogenförmig an der ganzen Westflanke der Burg fort. Die sehr steil abfallende Südseite, sowie die Ostseite des Burgringes zeigen keine Anzeichen von Wehranlagen mehr. Im südlichen, höher gelegenen Teil der Anlage befindet sich der Kern der Burg, ein Bollwerk von etwa 20 mal 40 Metern, welches durch einen tiefen Abschnittsgraben von der übrigen Anlage abgesichert war. Hier ist noch die ringförmige Mauer des Bergfrieds erhalten. Der geringe Durchmesser von 2,5 Meter verjüngt sich nach unten stufenförmig auf etwa zwei Meter. Der im Volksmund als "Geldloch" bezeichnete Überrest des Bergfrieds könnte ein Verlies oder Brunnen gewesen sein.

An der Südwestecke der Hauptburg sind noch Mauerreste eines rechteckigen Turmes (5 x 6 Meter) sichtbar.

Wahrscheinlich wurde die Burg in den Franken-Sachsenkriegen im 8. Jahrhundert angelegt. Die Kernburg scheint jünger zu sein. Nach der Vöhler Kirchenchronik waren die Grafen von Schwalenberg Erbauer und Besitzer derselben. Sie waren die Vorfahren der Grafen von Waldeck und empfangen nach einer auf der Ehrenburg gegebenen Urkunde vom 27. Juli 1043 lehnsweise Güter zu Herzhausen vom Kloster Corvey. Außer dieser umstrittenen Urkunde gibt es keinerlei Nachrichten über die Ehrenburg.

Text von Walter Zarges, Schmittlotheim
Foto von Stefanie Maurer, Vöhl
 

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